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- Das Kleintheater im St. Galler Rheintal, in Altstätten
- Karten-Vorverkauf: Für Stücke auf der Programm-Seite, oder im Info: Boutique Gwundernase,
Obergasse, 9450 Altstätten, Tel. 071 755 19 65 (Zu Geschäftsöffnungszeiten). Kein Internet Vorverkauf.
Tageskassa: eine halbe Stunde vor Spielbeginn im Diogenes. (071 755 49 47)
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Diogenes von Sinope - Leben und Wirken
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Der Namensstifter unseres Kleintheaters, Diogenes von Sinope, lebte im 4. Jahrhundert vor Christus in Griechenland. Schon in frühen Jahren verliess er mit seinem Vater Hikesias, einem Geldwechsler, seine Geburtsstadt Sinope am Schwarzen Meer, um sich nach Athen abzusetzen. Die Legende erzählt, er soll dann das Delphische Orakel gefragt haben, was er nun tun solle und die Antwort empfangen haben: das «nomisma» entwerten, was griechisch doppeldeutig «die Münze» oder «die Konvention» bedeutet. Dies soll er aber nicht als Aufforderung aufgefasst haben, in die Fussstapfen seines Vaters zu treten, sondern als solche, allen Konventionen, die sich nicht als naturgegebene Notwendigkeiten erweisen liessen, den Kampf anzusagen. Diogenes soll tatsächlich jenseits aller menschlichen Konventionen gelebt haben.
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- Die Natur war ihm Mass aller Dinge. So war sein Leben geprägt von einem echten Bestreben, sich nur auf das naturgegeben unbedingt Notwendige zu beschränken, geprägt aber auch von einer unverhohlenen Offenheit. Genussreich ergoss der mit einer Schlagfertigkeit sondergleichen begnadete Mann aus Sinope die bissige Laune seines unerschöpflichen Spotts über seine von Anpassung gezeichneten Zcitgenossen. Seine Unverschämtheiten, die lediglich konsequenter Ausdruck seiner Lebens-Grundhaltung waren, trugen ihm bald den - ihm zur Ehre gereichenden - Spitznamen «kyon», der Hund, ein und liessen ihn schon zu Lebzeiten zur Legende werden. Mit dem heute noch weitverbreiteten Bild des grübelnden Denkers sophistischer Prägung hatte der historische Diogenes, ausser den Bart, wohl kaum etwas gemeinsam. Er wollte nicht Lehrer, sondern Beispiel sein und verstand es, die Leute gleichermassen zu amüsieren wie zu schockieren, wenn er ihnen im Spiegel seines Hohns die Verzerrungen ihrer doppelbödigen Moral vor Augen führte.
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- Diogenes muss seinen Grundsätzen ein Leben lang treu geblieben sein. Allzu unbegreiflich erschiene sonst seine Wirkung auf die Mit- und Nachwelt. Wie keine andere Gestalt der Philosophengeschichte hat er die Bildung von Anekdoten und Legenden auf sich gezogen. So etwa die berühmte (wenn auch zweifelsfrei erfundene) Alexander-Anekdote, in der er dem Welteroberer gegenüber den einzigen Wunsch äussert: «Geh mir ein wenig aus der Sonne». Oder dann jene Anekdote, nach der Diogenes am hellichten Tag mit einer Laterne in der Hand durch Athen wandelt, um «einen Menschen zu suchen». Die Legende von «Diogenes im Fass» hat übrigens ihren wahren Kern, da der «Hund» tatsächlich eine zeitlang in einer Tonne lebte (dieses Sinnbild findet sich im Signet unseres Theaters abstrahiert) .
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- Die Ausstrahlung und Wirkung von Diogenes war derart gross, dass rund ein halbes Jahrtausend nach seinem Tod eine Sekte antiker Philosophen ihre Lebensgrundsätze grossenteils an die seinigen anlehnte und sichderen Anhänger, im Andenken an ihr Vorbild, den «kyon», «Kyniker» und ihre Lehre den «Kynismus» nannten (darauf geht übrigens - sinnverschoben - der Begriff des Zynismus zurück).
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- Dass Diogenes zur konventionellen Kunst und Kultur ein nicht gerade als harmonisch zu bezeichnendes Verhältnis hatte, lässt sich leicht erahnen. Vielleicht gerade deshalb können seine Ideen, aus der Unverfänglichkeit grosser zeitlicher Distanz betrachtet, auch den Betreibern heutiger Kulturinstitute immer noch recht vernünftige und befruchtende Impulse verleihen.
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- Dem Diogenes Theater jedenfalls soll seine Philosophie ein Vorbild bleiben.
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- (Auszüge aus Artikeln zum Thema, von Dr. P. Schöbi, aus den Festschriften 86 und 98 - Hi)
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