Der Politsatiriker Andreas Thiel auf der Bühne des Diogenes Theaters

Der Politsatiriker Andreas Thiel auf der Bühne des Diogenes Theaters

Der „Humor“ heisst schlicht das aktuelle Programm des Enfant terrible. Und dass das Diogenes Theater zu den letzten vier Veranstaltern gehört, die Thiel inzwischen noch gerne einladen, freut Andreas Thiel, das Publikum des ausverkauften Diogenes und uns selbst.


Zum einen ist der „liberale Satiriker“ zu klug, um seine eigenen Scharmützel mit den heimischen Linksintellektuellen in den Mittelpunkt zu stellen. Zum andern ist er, ob man ihm politisch folgt oder nicht, ein kluger Freigeist, der mit der Sprache ebenso gut spielen kann wie mit den Verrücktheiten
des Lebens.


Mit Humor, lehrte uns Thiel, ist alles leichter zu ertragen. Der Herr mit Anzug, Sektkübel und Irokesenschnitt ist aber auch ein streitbarer Geist. Manchmal, in seiner Verachtung aller Linken und Politiker, in seiner Abgrenzung vom Fremden, ver-
rennt sich der letztlich eher Konservative, der den Kapitalismus mit Moral heilen will, wie er selbst sagte. Vieles zeugt von Ignoranz und Lust an sinnloser Provokation. Aber im Interesse der Satire- und Meinungsfreiheit muss man Thiel unbedingt weiterhin Gehör schenken, so wie es die Gefolgschaft aller Gäste an diesem Abend im Diogenes Theater mit hörbaren Lachern machte.