Open Stage des Diogenes Theaters

Open Stage des Diogenes Theaters

Es wurde gesungen und musiziert, gezaubert und teils mit Humor und Comedy verzaubert, aber auch Gedichte und satirische Texte wurden vorgelesen. Mal standen die Protagonisten alleine auf der Bühne, mal mit der Band, aber immer höchstens für zehn Minuten – im Ganzen 12 x 10 Minuten.

Die offene Bühne lebte vom Miteinander auf der Bühne, von einem aufgeschlossenen Publikum und der Lust daran, sich darzustellen und andere damit zu erfreuen. Wer am Samstag im Diogenes-Theater auftrat, der hatte etwas mitzuteilen, ob musikalisch, darstellerisch oder lyrisch. Dabei ging es nicht um Perfektion, sondern um gefühlvolle musikalische oder darstellerische Botschaften sowohl von routinierten als auch von jungen Künstlern in einer persönlichen, beinahe familiären Atmosphäre. Was sie verband, war einerseits eine gehörige Portion Mut, sich einem fremden Publikum zu offenbaren und andererseits die Liebe zur Musik, zum Text oder zur Zauberei. Nebst Erfahrung sammelten die Künstlerinnen und Künstler vor allem Anerkennung, Applaus und die Rückmeldung, dass es gut war.

Von Neulingen und erfahrenen Künstlern

Während Joe Grass & Friends bereits das eine oder andere Konzert hinter sich haben, stand Lehrer Marko Radulovic aus Heerbrugg zum ersten Mal auf einer Bühne. Mit seinem Programm «Indergration» strapazierte er die Lachmuskulatur von manchen Besuchern.

Premiere feierten auch Mattia Lenzin und Kevin Egbon, die noch nie gemeinsam auf der Bühne standen. Für Satya Bawidamann, den jüngsten Teilnehmer, war es nicht der erste Auftritt, hatte er in der Vergangenheit bereits einen zweiten Platz beim Jugendmusikwettbewerb in Neuenburg erspielt.

Gemäss eigenen Angaben brauchte Hedi Bücheli-Obrist besonders viel Mut. Mit ihren eigenen Mundartgeschichten erheiterte die Bäuerin aus Hinterforst das Publikum. Pointiert und satirisch präsentierte Paul Flückiger aus Balgach eigene Gedichte, während Hugo Widers Gedicht ohne Titel vorgetragen wurde, da er den Inhalt nicht verraten wollte.

Seit ihrem sechsten Lebensjahr singt Marilena Cucinelli, doch selten auf einer Bühne, was sich diesen Samstag änderte. Das «Projekt Wii-Chäller», rund um Debora Kolb aus Thal überzeugte mit eigenen Liedern und Songtexten ebenfalls wie Rheintal-Sounds-Gewinner Micha Zuber aus Lutzenberg.

Auch Ruben Tagmann aus Balgach gab eigene Stücke zum Besten, allerdings baute er diese live auf der Bühne mithilfe seiner Gitarre, seiner Stimme und der Loop-Station zusammen.

Für den Zauberer Benno Dellai aus Altstätten war es ein Heimspiel. Nicht darum, sondern wegen seiner humorvollen Einlagen und Sketches hatte er das Publikum schnell auf seiner Seite und war für viele Lacher verantwortlich.


Fotos: Christof Gruber