Christof Wolfisberg // Abschweifer

Christof Wolfisberg // Abschweifer

Christof Wolfisberg, bekannt als Teil des Duos „Ohne Rolf“, zeigte im Diogenestheater sein herrlich komisches erstes Solostück „Abschweifer“.

Wolfisberg überraschte in seinem ersten Solo mit einer ganz eigenen Form von kabarettistischem Theater: Er schaffte Realitäten in der Realität, nahm sein Skript beim Wort und führte sich selbst und das Publikum gleich mehrfach in die Irre. Der Wort- und Sprachkünstler präsentierte ein raffiniertes Spiel mit unseren Gedanken – hintergründig, temporeich und urkomisch zugleich.

Absurd-abstraktes, herrlich komisches Theater

Was Wolfisberg da auf die Bühne bringt, ist absurd-abstraktes Theater. Natürlich keine Lesung. Denn das vorgelesene Skript diktiert dem Vorleser, was er machen muss. Da steht, er müsse einen Schluck Wasser nehmen. Welches Wasser? Der Veranstalter hat vergessen, Wasser auf den Tisch zu stellen. Was natürlich wieder im Skript steht. Dann verortet Wolfisberg sogar Frau Hoffmann im Publikum. Und bezieht noch einen zweiten Besucher, nämlich den Mann mit den schweissigen Händen in die vom vorgelesenen Buch vorgegebene Bühnendarstellung mit ein. Doch dieser Mann mit den schweissigen Händen, der anfangs von Wolfisberg blossgestellt wird, da er eine volle Blase habe und die zu befürchtenden zusätzlichen Flatulenzen eine Pause, die ja ursprünglich nicht geplant gewesen ist, notwendig machten, ja dieser Mann rächt sich dann nach der Pause, indem er mit seinen Gedanken das Skript in puren Blödsinn verwandelt.

Es war ein Kopfkino-Abend übers Abschweifen und die Unmöglichkeit, das Leben zu planen.

Foto: Christof Gruber